Seit Beginn des Schuljahres 1997/98 führen wir an unserer Schule VS-Integrationsklassen mit Alternativpädagogik.

Eine Volksschullehrerin und eine Sonderschullehrerin bilden das gleichberechtigte Lehrerinnenteam. Dabei lernen Kinder mit und ohne Beeinträchtigung gemeinsam.

Die Volksschulkinder werden inhaltlich nach dem Lehrplan der Volksschule, Schüler mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf nach dem entsprechenden Sonderschullehrplan unterrichtet.
Das gemeinsame Lernen von und mit beeinträchtigten Kindern ist ein wesentlicher Bestandteil unseres pädagogischen Konzeptes.
 

Alternativpädagogik am ISZ Wels-Stadt
Die alternative Pädagogik versteht unter Bildung nicht nur die Vermittlung von Wissen, sondern will die Kinder dazu führen, dass sie verantwortungsvolle selbstständige Persönlichkeiten werden und für die Gesellschaft ihren individuellen Beitrag leisten können.

Um mit den Herausforderungen der heutigen Zeit besser gerecht zu werden, ist es wichtig, Intellekt und Emotion gleichermaßen zu entwickeln und zu fördern.

Wir wollen die Kinder zu kreativen Menschen erziehen. Es werden sowohl künstlerische und praktische Tätigkeiten als auch das Vermitteln von Wissen und Fertigkeiten als gleichwertig angesehen.


Berücksichtigung der kindlichen Entwicklung

Es ist von großer Wichtigkeit, dass das Angebot der Lehrinhalte und die Art des Unterrichts der kindlichen Entwicklung entspricht. Die Fähigkeiten zu abstrahieren, sich ein eigenes Urteil zu bilden und Entscheidungen zu treffen, sind im Volksschulaltar zwar vorhanden, werden aber noch vom Gefühl her bestimmt.

Forscher wie STEINER, PIAGET, HEALY haben nachgewiesen, dass bis etwa zum 12. Lebensjahr das Kind sich die Welt über konkrete Operationen aneignet und zum formalen Denken noch nicht fähig ist.

Vielfach wird das aber heute von Volksschulkindern schon erwartet. Die Kinder sind damit überfordert und reagieren unterschiedlich. Die Folgen dieser rein intellektuellen - häufig nur die linke Gehirnhälfte beanspruchenden - Bildung, zeigen sich zunehmend schon im Kindesalter als psychosomatische Störungen, Angstzustände, Antriebslosigkeit und Verhaltensauffälligkeiten.


Berücksichtigung des unterschiedlichen Lerntempos

Um das Selbstvertrauen der Kinder nicht zu irritieren und eine unbelastete Beziehung der Kinder untereinander und zu den Lehrern herzustellen, sollte der Leistungsdruck nicht im Vordergrund stehen.

Die Schüler haben die Möglichkeit, ihrem individuellen Lerntempo gemäß den Anforderungen der jeweiligen Schulstufe gerecht zu werden. Sollte es einem Kind nicht möglich sein, das Lernziel in einem bestimmten Unterrichtsgegenstand zu erreichen, wird mit Hilfe des Sonderpädagogischen Zentrums und einer eventuellen Lehrplanumstufung versucht, durch spezielle Fördermaßnahmen das Kind im Klassenverband zu behalten.


Künstlerischer Unterricht

Die künstlerische Betätigung hat einen hohen Stellenwert. Das Malen, Plastizieren, künstlerische Gestalten der Hefte, Musizieren, Rhythmisieren von Gedichten und das Aufführen von Rollenspielen ist als bedeutsamer Bestandteil in den Unterricht integriert. Ein wichtiges Element ist das Musizieren mit der Flöte.

Jede künstlerische Tätigkeit verlangt Ausdauer und Übung. Dass künstlerische Beschäftigung eine erzieherische, ja sogar therapeutische Wirkung auf Kinder hat, ist allgemein bekannt.

 

Rhythmus
Für die gesunde Entwicklung der Kinder ist es wichtig, das Jahr, die Woche und den Tag rhythmisch zu gliedern. Diesem Prinzip folgt der Unterricht am Integrativen Schulzentrum.

Dabei wird auf bewährte und vielfach erprobte alternativpädagogische Angebote zurückgegriffen. In unserem Unterricht finden sich so z. B. Elemente der Montessori- bzw. Waldorfpädagogik.

 

 

Tagesrhythmus
Der Hauptunterricht wird durch den so genannten rhythmischen Beginn eingeleitet. Dieser soll die Kinder auf die Unterrichtsarbeit einstimmen. Es werden Gedichte gesprochen, Lieder gesungen und auf der Flöte gespielt. Bei rhythmischen Sprachübungen klatschen, stampfen und bewegen sich die Kinder im Raum.

Alle diese Übungen haben therapeutische Wirkung auf mögliche Teilleistungsschwächen. So wird die Konzentration der Kinder voll genützt und für den nachfolgenden Unterricht gesammelt. Dieser erfolgt im Epochenunterricht.

Die Unterrichtsgegenstände Deutsch, Mathematik und Sachunterricht, die eine intensive kognitive Beschäftigung verlangen, werden nicht auf das ganze Jahr verteilt, sondern konzentriert auf mehrere Wochen als Epochenunterricht durchgeführt. Die Epochen können den Unterrichtsthemen entsprechend individuell auf die Schüler abgestimmt werden. Dies erfordert von den Lehrern ein besonderes pädagogisches Geschick und Einfühlungsvermögen.

Am Ende des Epochenunterrichts wird den Kindern eine Geschichte vorgelesen oder erzählt.

Nach einer wohlverdienten Pause, die die Schüler häufig auch in unserem neu gestalteten Schulgarten verbringen können, erfolgt die wohl wichtigste Phase im Unterricht: Wiederholung und Übung.

Eine individuelle Vertiefung der Lerninhalte wird in der Freiarbeitsphase (gebundener Wochenplan) nach speziellen Übungsprogrammen realisiert. Dabei können sämtliche Unterrichtsräume der Schule genützt werden. Den Schwerpunkten BEWEGUNG und MOTORIK wird dabei ein besonderes Augenmerk geschenkt.

Fremdsprachensequenzen fließen dabei in den harmonischen Unterrichtsablauf ein.

Bereits in der ersten Klasse wird mit zwei Fremdsprachen (ENGLISCH und FRANZÖSISCH) begonnen. Wir möchten das geradezu geniale Sprachlernvermögen der Kinder in diesem Alter im ganzen

Unterrichtsaufbau und in der Methodik berücksichtigen und die Fremdsprache in einer so direkten Art vermitteln, wie dies später nie mehr möglich ist.

In den ersten drei Jahren lernt das Kind die Sprache am Sprechen: Lieder, Spiele, Reigen, Gedichte bringen dem Kind zunächst Rhythmus, Melodie und Klang der fremden Sprache ins Gehör.

Es wird zu kleinen Gesprächen angeregt. Erst in der vierten Klasse wird langsam mit dem Schreiben und der Grammatik begonnen.

Künstlerische und praktische Beschäftigungen (BILDNERISCHE ERZIEHUNG, WERKERZIEHUNG, BEWEGUNG UND SPORT, RELIGION und EURYTHMIE), bilden dann den Abschluss des Schultages.

 

Didaktische Konsequenzen
Das gemeinsame Kommunizieren und ein gepflegter Umgang mit der deutschen Sprache sind die Basis unseres Unterrichts. Gemeinsam werden Hefte gestaltet, die für die Kinder den Stellenwert eines selbst erstellten Buches einnehmen.

Dabei wird auf die äußere Form besonderer Wert gelegt. Der Einsatz von audiovisuellen Lehrmitteln und die Arbeit am Computer werden dabei ebenfalls berücksichtigt.
In jeder Klasse finden alljährlich dem Alter der Kinder entsprechende Projekte statt.

Dabei stehen das unmittelbare Erleben und das praktische Tun im Vordergrund. Diese Projekte geben den Kindern Einblick in die Welt der Geschichte.

In regelmäßig gemeinsamen Feiern zeigen die Kinder ihr Können. Dabei werden kurze Sprechstücke, Gedichte und Inhalte aus dem Fremdsprachenunterricht den Eltern präsentiert. Diese Vorführungen bereiten unseren Schülern große Freude, da sie hier Gelegenheit haben, Gelerntes ihren Eltern erlebbar zu machen.
 

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